Der Ökologische Handabdruck: Positiver Wandel für eine nachhaltige Zukunft

Viele Hände haben einen Handabdruck hinterlassen
Viele Hände haben einen Handabdruck hinterlassen

Nicht nur bei Medikamenten sprechen wir von Risiken oder Nebenwirkungen, zu denen man den Arzt oder Apotheker fragen sollte. Auch bei Nachhaltigkeitsfragen betonen wir oft die negativen Risiken und Auswirkungen, den CO2-Fussabdruck eines Unternehmens beispielsweise.

Viel zu wenig sprechen wir über positive Wirkungen, den so genannten Handabdruck, diesen wollen wir in diesem Artikel stärker in den Blickpunkt nehmen.

„Was ist der ökologische Handabdruck?“ – dieser Frage gehen wir in diesem Artikel nach. Kurz und knapp formuliert geht es darum, durch Taten und Kommunikation eine positive Wirkung hinsichtlich einer umweltfreundlicheren Verhaltensänderung zu erreichen. Außerdem zeigen wir Beispiele für typische ökologische Handabdruck-Wirkungen.

Die Diskussion über Umweltschutz und Nachhaltigkeit hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Auf dem World Economic Forum 2020 in Davos waren hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit im dort veröffentlichten Global Risk Report unter den TOP5 ausschließlich ökologische Risiken zu finden:

  • Extreme Wetterereignisse
  • Versagen beim Klimaschutz
  • Naturkatastrophen
  • Biodiversitätsverlust
  • Massiver Wassermangel

Zwar kamen durch die Covid-19-Pandemie in den Folgejahren neue und unerwartete globale Risiken hinzu, aber die Anfang 2020 bereits existierenden Umweltrisiken sind damit ja nicht verschwunden!!!

Im Kontext der Überlegungen zur Verbesserung der Situation sticht vor allem der Begriff “ökologischer Handabdruck” hervor, und zwar in drei Bereichen: persönlich, lokal und auf der Organisationsebene. Der Handabdruck zeigt im Gegensatz zum herkömmlichen ökologischen Fußabdruck eine positive Perspektive auf. Er eröffnet Möglichkeiten für individuelle und kollektive Veränderungen, die nicht nur den Schaden begrenzen, sondern aktiv zum Umweltschutz beitragen. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Facetten des Ökologischen Handabdrucks beleuchten und seine positive Ausrichtung hervorheben. Denn wir bei Wirk4Tomorrow finden, dass mit positiven Beispielen der notwendige Optimismus um sich greift, um die Kraft zur Transformation aufzubringen.

Der Ökologische Handabdruck im Vergleich zum Fußabdruck: Eine positive Perspektive​

Während der ökologische Fußabdruck den negativen Einfluss unseres Handelns auf die Umwelt misst, betont der Handabdruck die Möglichkeiten zur positiven Veränderung. Statt nur den Ressourcenverbrauch zu minimieren, setzt der Handabdruck auf aktive Gestaltung und bewusste Entscheidungen.

Netzwerkeffekt: Die Multiplikation positiver Umweltauswirkungen​

Netzwerkeffekt des Handabdrucks mit Pins, Fäden und Handabdrücken
Des Netzwerkeffekt des Handabdrucks: Positive Inspiration verbreitet sich

Ein entscheidender Aspekt des Ökologischen Handabdrucks ist der Netzwerkeffekt. Indem Einzelpersonen und Organisationen wie z.B. Vereine oder Unternehmen positive Handlungen kommunizieren und teilen, entsteht ein Multiplikationseffekt. Der Einfluss wächst exponentiell, wenn Menschen sich inspirieren lassen und ihrerseits positive Veränderungen vornehmen. Außerdem ist es für die handelnden Beteiligten viel reizvoller, an Veränderungsprozessen aktiv mitzuwirken als sich „nur“ um die eigene Handlungsoptimierung zu kümmern.

Beispiele für den Ökologischen Handabdruck in der Praxis​

Social Business als Berufswahl​

Die Entscheidung, in einem Social Business zu arbeiten, kann einen erheblichen positiven Handabdruck hinterlassen. Dieses Engagement für soziale und ökologische Belange geht über die üblichen Geschäftspraktiken hinaus und setzt einen Maßstab für ethisches Unternehmertum. Durch die Weitergabe dieser Entscheidung an Freunde und Bekannte entsteht ein Netzwerkeffekt, der das Bewusstsein für nachhaltige Geschäftsmodelle stärkt. Freunde könnten daraufhin Veränderungen im eigenen Unternehmen anstoßen, auch wenn sie deswegen nicht direkt die Arbeitsstelle ändern.

Vegane Speisen im Sportverein oder einer Unternehmenskantine​

Ein Fußballverein, der sich entscheidet, nur noch vegane Speisen oder in Bezug auf Fleisch nur solches aus der besten Haltungsform anzubieten, setzt ein klares Zeichen für Umweltschutz. Diese Entscheidung zeigt nicht nur die Verantwortung des Vereins gegenüber der Umwelt, sondern kann auch Fans und andere Vereine dazu inspirieren, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen. Durch die offene Kommunikation über diese Entscheidung trägt der Verein dazu bei, das Bewusstsein für nachhaltige Ernährung zu schärfen.

Beispiel:
Während kleinere Amateurvereine dies ohne viel Aufwand umsetzen können, hat der Fußball-Profiverein FC St. Pauli im Rahmen seiner Bilanzierung zur Gemeinwohlökonomie (GWÖ) Ende 2023 transparent gemacht, dass nur noch vegane Würste oder Würste aus der besten Haltungsnorm angeboten werden. Eine entsprechend klare Kommunikation vorausgesetzt, kann dies bei den Fans zu einem Umdenkprozess in Bezug auf ihre Ernährung führen, wenn ihr Verein dies so vorlebt.

Ebenso funktioniert dies natürlich auch in der Kantine eines Unternehmens, wobei die freiwillige und emotional sehr positiv besetzte Beziehung eines Vereins zu seinen Mitgliedern in diesem Fall noch eine verstärkende Wirkung haben kann.

Nachhaltige Mobilität​

Die Entscheidung, das Fahrrad  oder öffentliche Verkehrsmittel zu bevorzugen, trägt aktiv zum Ökologischen Handabdruck bei. Dies reduziert nicht nur den individuellen CO2-Ausstoß, sondern fördert auch eine umweltfreundlichere Verkehrsnutzung. Die bewusste Kommunikation dieser Wahl kann dazu beitragen, andere zur Überprüfung ihrer eigenen Mobilitätsgewohnheiten anzuregen. Ein entsprechendes unterstützendes Angebot des Arbeitgebers wie z.B. Jobfahrrad oder Jobticket oder sogar Nudging-Maßnahmen wie Belohnung von mit dem Rad zurückgelegten Strecken oder nachgewiesenen Fahrgemeinschaften, hätte eine Handabdruckswirkung auf Unternehmensebene.  

Upcycling und Second-Hand-Shopping​

Durch den Kauf von gebrauchten Produkten und die Förderung von Upcycling-Initiativen wird der Ressourcenverbrauch reduziert. Diese bewusste Entscheidung beeinflusst nicht nur den eigenen ökologischen Fußabdruck positiv, sondern inspiriert auch andere dazu, ihre Konsumgewohnheiten zu überdenken und nachhaltigere Optionen zu wählen, also auch einen Handabdruckswirkung. Gerade bei Kleidung gibt es immer wieder etliche Möglichkeiten zu erwähnen, dass man dieses oder jenes Kleidungsstück günstig im Secon-Hand-Laden erworben hat und nicht nur Geld gespart hat, sondern aktiv etwas für die Umwelt getan hat.

Teilnahme an Umweltschutzprojekten​

Die aktive Beteiligung an lokalen Umweltschutzprojekten, wie Müllsammelaktionen, Baumpflanzungen oder Renaturierungsprojekten, hinterlässt einen deutlichen positiven Handabdruck. Dies nicht nur als individuelle Aktion, sondern auch durch die Einbindung von Freunden, Familienmitgliedern und Kollegen. Gemeinsame Bemühungen haben einen größeren Einfluss auf die Umwelt, stärken das Bewusstsein für ökologische Herausforderungen und machen zudem auch Spaß, weil hierdurch die Gemeinschaft gestärkt wird.

Förderung erneuerbarer Energien​

Die Entscheidung, auf erneuerbare Energien umzusteigen, sei es durch den Bezug von grünem Strom oder die Installation eigener Solaranlagen, trägt dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Dieser positive Beitrag zum Umweltschutz kann durch die Bereitschaft, die eigenen Erfahrungen und Vorteile zu teilen, den Netzwerkeffekt verstärken und andere dazu ermutigen, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen. Gerade bei Dingen wie der sichtbaren Installation von Solarpanels auf dem eigenen Dach wäre es nicht das erste Mal, dass dadurch eine Welle in der Nachbarschaft ausgelöst wird nach dem Motto „Was mein Nachbar kann, das kann ich auch!“.

Verzicht auf Einwegplastik​

Die bewusste Entscheidung, auf Einwegplastik zu verzichten oder zumindest zu reduzieren und stattdessen auf wiederverwendbare Alternativen umzusteigen, verringert die Umweltbelastung durch Plastikmüll. Indem diese Wahl öffentlich kommuniziert wird und vielleicht auch das „Wie“ erklärt wird, können andere dazu inspiriert werden, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen, wodurch der positive Handabdruck weiter wächst. Es ist keine Frage, dass gerade so etwas wie die Reduktion von Einwegplastik einige Mühen kostet, jedoch haben viele die Erkenntnis gewonnen, dass eine Reduktion mit einigen wenige Maßnahmen einfach möglich ist. Diese Erfahrung zu teilen, ist ein echter Handabdruck!

Bildung und Sensibilisierung: Schlüssel zur Veränderung

Der Ökologische Handabdruck kann nur dann sein volles Potenzial entfalten, wenn Bildung und Sensibilisierung im Mittelpunkt stehen. Das „Warum“ hinter dem allen sollte jedem klar sein, dann wächst auch die intrinsische Motivation. Menschen müssen sich der positiven Handlungsmöglichkeiten bewusst und verstehen, wie ihre Entscheidungen einen nachhaltigen Einfluss haben können. So gesehen fängt echte Handabdruckswirkung in der Schule an, kann aber auch über Erwachsenenbildung, sei es im öffentlichen Raum oder im Betriebsumfeld, unterstützt werden. Der nationale Aktionsplan BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist hierfür ein sehr schönes Beispiel.   


Grüne Hand mit Herz
Die Wirkung des Handabdrucks ist ein elementarer Bestandteil der Arbeit von Wirk4Tomorrow

Fazit: Gestalten wir gemeinsam eine nachhaltige Zukunft​

Der Ökologische Handabdruck bietet eine ermutigende Perspektive auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Durch bewusste Entscheidungen, offene Kommunikation und den Netzwerkeffekt können wir nicht nur unseren eigenen Handabdruck gestalten, sondern auch positive Veränderungen in unserer Gemeinschaft und darüber hinaus bewirken. Lasst uns gemeinsam die Herausforderungen des Umweltschutzes annehmen und aktiv zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen. Wirk4Tomorrow hat sich zur Aufgabe gesetzt, gerade in Unternehmen auf verschiedensten Ebenen Maßnahmen zur Steigerung des ökologischen Handabdrucks zu initiieren und zu fördern, weil wir dies als äußerst wirksame Methode zur Bewältigung der vielfältigen ökologischen Herausforderungen ansehen.


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